Stand: Oktober 2026 · Ratgeber von Proschorn
Wer einen Kaminofen anschließen oder einen alten Schornstein sanieren will, steht schnell vor der Frage: einwandig (EW) oder doppelwandig (DW)? Die kurze Antwort: Einwandige Rohre gehören in einen bestehenden Schacht, doppelwandige Systeme sind ein eigenständiger Schornstein, etwa an der Außenwand. Im Folgenden erklären wir, worin sich beide unterscheiden und welches System für Ihr Vorhaben passt.
Auf einen Blick
| Einwandig (EW) | Doppelwandig (DW) | |
|---|---|---|
| Aufbau | Ein Edelstahlrohr, ohne Dämmung | Innenrohr, Wärmedämmung, Außenrohr |
| Typischer Einsatz | Sanierung: Einzug in einen vorhandenen gemauerten Schornstein | Neuer Schornstein, meist außen an der Fassade oder innen durchs Gebäude |
| Im Freien verwendbar | Nein | Ja |
| Zug und Kondensation | Abhängig vom umgebenden Schacht | Gute Zugbildung, da die Abgase warm bleiben |
| Aufwand und Preis | Günstiger, schnell eingebaut | Höherer Materialpreis, kein Mauerwerk nötig |
Einwandiger Edelstahlschornstein: die Lösung für die Sanierung
Ein einwandiges Edelstahlrohr hat keine eigene Dämmung. Es wird deshalb fast immer in einen bestehenden, gemauerten Schornstein eingezogen. Das alte Mauerwerk übernimmt dabei die Rolle der Dämmung und schützt das Rohr.
Typische Gründe für eine Sanierung mit einem einwandigen Einzugsrohr:
- Der alte Schornstein ist durch Feuchtigkeit oder Versottung geschädigt.
- Eine neue Feuerstätte braucht einen anderen Querschnitt als der vorhandene Zug.
- Von einem Öl- oder Gaskessel wird auf einen Kaminofen umgestellt oder umgekehrt.
Im Freien ist ein einwandiges Rohr ungeeignet und in der Regel nicht zulässig: Die Abgase kühlen zu schnell ab, der Zug wird schlechter, es bildet sich Kondensat, und die Oberfläche wird sehr heiß.
Doppelwandiger Edelstahlschornstein: der eigenständige Schornstein
Ein doppelwandiges System besteht aus einem Innenrohr, einer 30 mm starken Wärmedämmung aus Mineralwolle und einem Außenrohr. Dadurch bleiben die Abgase warm, der Schornstein zieht zuverlässig, und die Außenseite bleibt deutlich kühler.
Das macht den doppelwandigen Edelstahlschornstein zur ersten Wahl, wenn kein geeigneter Schornstein vorhanden ist:
- als Außenschornstein an der Hauswand, oft die einfachste Lösung beim Nachrüsten eines Kaminofens,
- innen durch Decken und Dach geführt, zum Beispiel im Neubau oder Anbau,
- für Gartenhaus, Werkstatt oder Halle.
Ein weiterer Vorteil: Die Bauteile werden einfach zusammengesteckt. Ein Außenschornstein ist oft in ein bis zwei Tagen montiert, ganz ohne Maurerarbeiten.
Material: Worauf es beim Edelstahl ankommt
Bei hochwertigen Systemen besteht das Innenrohr aus säurebeständigem Edelstahl 1.4404 (V4A), denn es kommt mit den aggressiven Bestandteilen des Abgases in Berührung. Für das Außenrohr genügt in der Regel Edelstahl 1.4301 (V2A). Achten Sie beim Kauf auf diese Angaben, gerade bei auffällig günstigen Angeboten.
Die Kennzeichnung verstehen
Edelstahlschornsteine tragen eine Kennzeichnung nach DIN EN 1856, zum Beispiel T600 N1 D V3 L50060 G50. Die wichtigsten Teile:
- T600: Temperaturklasse, hier bis 600 °C Abgastemperatur. Für Holzfeuerung üblich.
- D bzw. W: trockene (D) oder feuchte (W) Betriebsweise.
- V3: Korrosionswiderstandsklasse, höchste Stufe. Geeignet für Holz und andere feste Brennstoffe sowie Öl und Gas.
- L50060: Werkstoff und Wandstärke des Innenrohrs (hier 1.4404, 0,60 mm).
- G50: rußbrandbeständig, mit 50 mm Mindestabstand zu brennbaren Bauteilen. Für Kaminöfen und andere Feuerstätten mit festen Brennstoffen ist die Rußbrandbeständigkeit (G) erforderlich.
Welches System passt zu Ihnen?
- Sie haben einen alten, gemauerten Schornstein, der saniert oder angepasst werden muss? Dann ist ein einwandiges Einzugsrohr meist die wirtschaftlichste Lösung.
- Sie haben keinen nutzbaren Schornstein oder möchten den Kaminofen an einer anderen Stelle aufstellen? Dann brauchen Sie einen doppelwandigen Edelstahlschornstein.
Den passenden Durchmesser (häufig 130, 150 oder 180 mm) und die nötige Höhe bestimmen die Feuerstätte und eine Berechnung nach DIN EN 13384. Bitte stimmen Sie Ihr Vorhaben vor dem Kauf mit Ihrem Bezirksschornsteinfeger ab. Er muss die Anlage vor der ersten Inbetriebnahme ohnehin abnehmen.
Häufige Fragen
Darf ich einen Edelstahlschornstein selbst montieren?
Ja, die Montage in Eigenleistung ist grundsätzlich möglich. Entscheidend ist, dass die Anlage vorschriftsgemäß ausgeführt und vom Bezirksschornsteinfeger vor der Inbetriebnahme abgenommen wird.
Kann ich ein einwandiges Rohr außen am Haus führen?
Nein. Außen ist ein doppelwandiges, gedämmtes System nötig. Ein einwandiges Rohr kühlt zu stark aus und erfüllt die Anforderungen nicht.
Wie lange hält ein Edelstahlschornstein?
Bei richtiger Auslegung und Werkstoffwahl (Innenrohr 1.4404) und regelmäßiger Reinigung durch den Schornsteinfeger hält ein Edelstahlschornstein viele Jahrzehnte.
Was ist günstiger: Sanierung oder neuer Außenschornstein?
Wenn ein geeigneter Schacht vorhanden ist, ist die Sanierung mit einem einwandigen Einzugsrohr meist günstiger. Ein doppelwandiger Außenschornstein lohnt sich, wenn kein Schornstein vorhanden ist oder der Ofen an anderer Stelle stehen soll.
Ihr Edelstahlschornstein von Proschorn
Bei Proschorn finden Sie einwandige und doppelwandige Systeme mit Innenrohr aus 1.4404 in allen gängigen Durchmessern. Doppelwandige Schornsteine erhalten Sie auch als Komplettset in der passenden Höhe. Sie sind unsicher? Fragen Sie uns, wir beraten Sie gern.
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