Stand: Oktober 2026 · Ratgeber von Proschorn
Ein Kaminofen ist nur so gut wie sein Schornstein. Zieht der Schornstein zu schwach, qualmt der Ofen beim Nachlegen, die Scheibe verrußt und das Holz verbrennt unsauber. Zieht er zu stark, verheizen Sie unnötig viel Holz. Mit der richtigen Planung vermeiden Sie beides.
1. Die Feuerstätte zuerst
Ausgangspunkt jeder Planung ist der Ofen selbst. Wichtig sind:
- der Durchmesser des Rauchrohrstutzens (meist 120, 130 oder 150 mm),
- die Lage des Anschlusses: oben oder hinten,
- der benötigte Förderdruck (in Pascal) und die Abgastemperatur, beides steht im Datenblatt bzw. in der Leistungserklärung des Ofens.
2. Der passende Durchmesser
Der Schornsteindurchmesser wird nicht geschätzt, sondern berechnet, nach DIN EN 13384-1. In die Berechnung gehen die Ofendaten, die Schornsteinhöhe, die Bauart und der Standort ein. Für die meisten Kaminöfen landet man bei 130 oder 150 mm. Ein größerer Durchmesser ist nicht automatisch besser: Ist der Querschnitt zu groß, kühlen die Abgase ab und der Zug lässt nach.
Die Berechnung kann Ihr Bezirksschornsteinfeger durchführen oder prüfen. Sprechen Sie ihn vor dem Kauf an.
3. Die wirksame Höhe
Je höher der Schornstein, desto stärker der Zug. Als wirksame Höhe zählt der Abstand von der Einführung des Abgases bis zur Mündung. Zwei Dinge bestimmen, wie hoch er werden muss:
- die Berechnung: der Ofen braucht einen bestimmten Mindestzug,
- die Vorschriften: die Mündung muss den First und umliegende Fenster ausreichend überragen (siehe Schornstein-Vorschriften).
In der Praxis ist bei Einfamilienhäusern meist die Vorschrift zur Höhe über Dach maßgeblich, nicht die Zugberechnung.
4. Der Weg vom Ofen zum Schornstein
Das Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein sollte kurz und möglichst ansteigend verlaufen, mit möglichst wenigen Bögen. Jeder Bogen und jeder waagerechte Meter kostet Zug. Planen Sie außerdem eine Reinigungsöffnung ein, damit der Schornsteinfeger das Verbindungsstück prüfen kann.
5. Innen oder außen?
- Vorhandener gemauerter Schornstein: Wenn er frei und intakt ist, kann der Ofen direkt angeschlossen werden. Ist der Schornstein feucht bzw. versottet, wird er mit einem einwandigen Edelstahlrohr saniert.
- Kein Schornstein vorhanden: Dann ist ein doppelwandiger Außenschornstein meist die einfachste Lösung.
- Neubau oder Anbau: Ein doppelwandiges System kann auch innen durch Decken und Dach geführt werden.
6. Mehrere Feuerstätten an einem Schornstein?
Unter bestimmten Bedingungen dürfen mehrere Feuerstätten an einen Schornstein angeschlossen werden (Mehrfachbelegung). Ob das möglich ist, hängt von der Berechnung und den Feuerstätten ab. Das muss der Bezirksschornsteinfeger beurteilen.
Checkliste für Ihre Planung
- Datenblatt bzw. Leistungserklärung des Ofens liegt vor
- Aufstellort des Ofens und Weg des Abgases sind festgelegt
- Durchmesser und Höhe sind berechnet bzw. mit dem Schornsteinfeger abgestimmt
- Abstände zu brennbaren Bauteilen sind geprüft
- Bauart (Sanierung, Außenschornstein, innenliegend) ist entschieden
Häufige Fragen
Kann ich den Durchmesser einfach vom Ofenstutzen übernehmen?
Als erste Orientierung ja, verbindlich ist aber die Berechnung. In manchen Fällen ist ein anderer Schornsteindurchmesser als der Stutzen sinnvoll.
Mein Ofen qualmt beim Anheizen. Liegt das am Schornstein?
Oft ja: zu kurz, zu großer Querschnitt, zu kalt oder ein ungünstiges Verbindungsstück. Aber auch feuchtes Holz oder ein dichtes Haus ohne ausreichende Verbrennungsluft können die Ursache sein.
Passende Systeme bei Proschorn
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