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Stand: 27. Oktober 2026 · Proschorn®-Redaktion
Kurz erklärt: Ein Partikelabscheider (auch Feinstaubfilter oder Staubabscheider genannt) wird in das Abgasrohr oder den Schornstein einer Holzfeuerung eingebaut und hält einen großen Teil des Feinstaubs zurück, bevor er ins Freie gelangt. Elektrostatische Geräte wie der Airjekt 1 laden die Staubteilchen elektrisch auf, sodass sie sich an der Rohrwand ablagern und bei der Kehrung entfernt werden. Sinnvoll ist ein Partikelabscheider vor allem bei älteren Kaminöfen, die die Grenzwerte der 1. BImSchV nicht einhalten, sowie überall dort, wo Rauch Nachbarn oder die eigene Luft belastet.
Was ist ein Partikelabscheider?
Beim Verbrennen von Holz entsteht neben Wärme, Wasserdampf und Kohlendioxid auch Feinstaub: winzige Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometern (PM10), ein großer Teil davon sogar unter 2,5 Mikrometern (PM2,5). Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 70 Mikrometer dick. Diese Teilchen sind so klein, dass sie tief in die Lunge gelangen können.
Ein Partikelabscheider sitzt im Abgasweg zwischen Feuerstätte und Schornsteinmündung und verringert die Menge an Staub, die den Schornstein verlässt. Er ersetzt weder einen guten Ofen noch richtiges Heizen, kann den Staubausstoß einer bestehenden Anlage aber deutlich senken.
Wie funktioniert ein elektrostatischer Partikelabscheider?
Die meisten bewährten Geräte für Kaminöfen und Holzkessel arbeiten nach dem elektrostatischen Prinzip, so auch der Airjekt 1 von Kutzner + Weber. Der Ablauf in drei Schritten:
- Ladungsträger erzeugen: Eine Elektrode ragt in das Abgasrohr und steht unter Hochspannung (beim Airjekt 1 modulierend bis 18 kV). An ihren Spitzen entsteht eine sogenannte Koronaentladung, die das Abgas ionisiert.
- Partikel aufladen: Die geladenen Gasmoleküle treffen auf die Staubteilchen und übertragen ihre Ladung.
- Partikel abscheiden: Das elektrische Feld drückt die geladenen Teilchen an die Innenwand des Rohres. Dort lagern sie sich ab und verklumpen zu größeren Flocken, die nicht mehr als Feinstaub ausgetragen werden.
Die Ablagerungen entfernt der Schornsteinfeger bei der regulären Kehrung. Das Gerät schaltet sich automatisch ein, sobald das Abgas warm wird, und wieder aus, wenn das Feuer erlischt. Im Betrieb merken Sie davon nichts.
Elektrostatisch oder passiv: Welche Arten gibt es?
Neben elektrostatischen Abscheidern gibt es passive Filter, etwa Keramik- oder Metallgewebe-Filter und katalytisch beschichtete Einsätze, die direkt im Rauchrohr oder im Ofen sitzen. Die wichtigsten Unterschiede:
| Merkmal | Elektrostatisch (aktiv) | Passiv (Filter / Katalysator) |
|---|---|---|
| Prinzip | Partikel werden elektrisch aufgeladen und an der Rohrwand abgeschieden | Partikel werden mechanisch zurückgehalten bzw. katalytisch nachverbrannt |
| Strombedarf | Ja, Steckdose 230 V (Airjekt 1: ca. 30 W im Betrieb) | Nein |
| Einfluss auf den Schornsteinzug | Praktisch keiner, das Rohr bleibt frei | Filter erzeugt Widerstand, der Zug muss ausreichen |
| Wartung | Reinigung bei der Kehrung, Elektrode gelegentlich prüfen | Filter regelmäßig reinigen oder tauschen |
| Anschaffung | Höher | Meist günstiger |
| Eignung | Universell für viele Holzfeuerungen, auch Kessel | Oft an bestimmte Ofentypen gebunden |
Ganz gleich, für welche Bauart Sie sich entscheiden: Achten Sie darauf, dass das Gerät eine Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) hat und für Ihre Feuerstätte geeignet ist. Nur dann kann der Schornsteinfeger es als Staubminderungseinrichtung anerkennen.
Wann ist ein Partikelabscheider Pflicht?
Eine generelle Pflicht, einen Partikelabscheider einzubauen, gibt es nicht. Maßgeblich ist die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV). Sie verlangt, dass bestehende Kamin- und Kachelöfen bestimmte Grenzwerte einhalten:
- Bestehende Einzelraumfeuerstätten: höchstens 0,15 g Staub und 4 g Kohlenmonoxid je Kubikmeter Abgas.
- Neue Öfen (Stufe 2): höchstens 0,04 g Staub und 1,25 g Kohlenmonoxid je Kubikmeter. Neue Geräte weisen das über ihre Typprüfung nach und brauchen keinen Abscheider.
Für ältere Öfen galten gestaffelte Übergangsfristen nach dem Datum auf dem Typschild. Die letzte Frist für Geräte, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 21. März 2010 in Betrieb genommen wurden, ist am 31. Dezember 2024 abgelaufen. Ein Ofen, für den kein Nachweis über die Einhaltung der Grenzwerte vorliegt, darf seitdem nicht mehr betrieben werden.
Für betroffene Öfen gibt es drei Wege: den Ofen austauschen, ihn stilllegen oder ihn mit einer zugelassenen Staubminderungseinrichtung nachrüsten. Ob die Nachrüstung bei Ihrem Ofen als Nachweis anerkannt wird, entscheidet Ihr Bezirksschornsteinfeger. Sprechen Sie ihn deshalb vor dem Kauf an.
Von der Nachrüstpflicht ausgenommen sind unter anderem offene Kamine, Grundöfen, Herde und Backöfen unter 15 kW, Feuerstätten, die vor 1950 errichtet wurden, sowie Öfen, die die einzige Heizquelle einer Wohnung sind. Die Einzelheiten zu den Vorschriften rund um Ihren Schornstein finden Sie in unserem Ratgeber Schornstein-Vorschriften 2026.
Lohnt sich ein Partikelabscheider auch ohne Pflicht?
Oft ja. Typische Gründe, einen Abscheider freiwillig nachzurüsten:
- Ärger mit Nachbarn: Rauch und Geruch sind ein häufiger Streitpunkt, gerade in dicht bebauten Wohngebieten oder bei ungünstigen Windverhältnissen.
- Örtliche Vorgaben: Manche Gemeinden schreiben in Bebauungsplänen oder Satzungen strengere Regeln für Holzfeuerungen vor.
- Ungünstige Lage des Schornsteins: Wenn Abgase wegen der Mündungshöhe oder der Umgebung in Fenster oder auf Terrassen ziehen.
- Gesundheit und Umwelt: Wer viel mit Holz heizt, senkt mit einem Abscheider die Feinstaubbelastung in der direkten Umgebung spürbar.
Die Airjekt 1 Partikelabscheider bei Proschorn®
Bei Proschorn finden Sie den elektrostatischen Partikelabscheider Airjekt 1 von Kutzner + Weber in drei Ausführungen. Allen gemeinsam sind diese Eckdaten (Herstellerangaben):
- Abscheidegrad bis zu 90 % der Feinstaubpartikel
- Für hand- oder automatisch beschickte Holzfeuerungen bis 50 kW: Kaminöfen, Kachelöfen, Heizkamine, Pellet- und Scheitholzkessel
- Brennstoffe: naturbelassenes Holz, Pellets und Holzbriketts
- Abgasrohre von 130 bis 250 mm Durchmesser, maximale Abgastemperatur unter 400 °C
- Edelstahl V4A, Anschluss an 230 V, Leistungsaufnahme ca. 30 W (Standby 2 W)
- DIBt-Zulassung Z-7.4-3442, in der Schweiz VKF-Anerkennung Nr. 31074
- Einbau in senkrechte, waagerechte oder schräge Abgasführungen
Welche Variante passt, hängt davon ab, wo der Abscheider sitzen soll:
- Airjekt 1 Basic: für die Montage direkt am Ofenrohr (Rauchrohr) im Wohnraum. Die einfachste Lösung, wenn das Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein gut zugänglich ist.
- Airjekt 1 Ceramic: für keramische und gemauerte Hausschornsteine, eingebaut über eine Reinigungsöffnung.
- Airjekt 1 Outdoor: für doppelwandige Edelstahl-Außenschornsteine. Der Abscheider sitzt im Schornstein, die Steuereinheit bleibt geschützt im Haus.
Alle Modelle im Überblick finden Sie in der Kategorie Partikelabscheider.
Einbau und Wartung
- Mit dem Schornsteinfeger abstimmen: Klären Sie vorab, ob ein Abscheider für Ihren Ofen und Ihren Schornstein zulässig ist und an welcher Stelle er sitzen soll.
- Einbauort wählen: Der Abscheider braucht eine ausreichend lange Abscheidestrecke im Rohr dahinter und sollte für die Reinigung gut erreichbar sein. Die Steuereinheit wird in Reichweite einer Steckdose montiert, das Kabel ist etwa 3 m lang.
- Fachgerecht montieren: Der Abscheider wird je nach Variante per Flansch am Rauchrohr, über die Reinigungsöffnung oder als T-Stück im doppelwandigen Schornstein eingesetzt. Wir empfehlen die Montage durch einen Fachbetrieb.
- Abnahme: Der Bezirksschornsteinfeger prüft die Anlage und dokumentiert den Einbau. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Abnahme durch den Schornsteinfeger.
- Laufende Wartung: Der abgeschiedene Staub wird bei der regulären Kehrung entfernt. Elektrode und Dichtungen sollten bei dieser Gelegenheit kontrolliert werden.
Was kostet ein Partikelabscheider?
Für einen elektrostatischen Partikelabscheider mit DIBt-Zulassung müssen Sie mit rund 2.000 bis 3.000 Euro für das Gerät rechnen, je nach Variante. Hinzu kommen die Montage und die Abnahme durch den Schornsteinfeger. Passive Filter sind in der Anschaffung günstiger, müssen aber regelmäßig gereinigt oder ersetzt werden und passen nicht zu jedem Ofen.
Die laufenden Kosten sind gering. Ein Rechenbeispiel: Bei 30 W Leistungsaufnahme und 1.000 Heizstunden im Jahr verbraucht der Airjekt 1 etwa 30 kWh Strom, das sind bei 35 Cent je kWh rund 10 Euro im Jahr.
Zum Vergleich: Ein neuer Kaminofen nach Stufe 2 der 1. BImSchV kostet meist mehr, ist dafür aber auch effizienter. Ob Nachrüstung oder Austausch wirtschaftlicher ist, hängt vom Zustand Ihres Ofens ab. Passende Geräte finden Sie bei unseren Kaminöfen.
Förderung: Für die Nachrüstung eines Kaminofens gibt es in der Regel keinen staatlichen Zuschuss. Für zentrale Holzheizungen (Pellet- und Scheitholzkessel) können im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Förderungen möglich sein. Die Bedingungen wurden 2026 geändert, informieren Sie sich daher vor dem Kauf beim BAFA bzw. bei der KfW über den aktuellen Stand.
Weniger Feinstaub auch ohne Abscheider
Der größte Hebel liegt im richtigen Heizen. Diese Punkte senken den Staubausstoß jedes Ofens:
- Nur trockenes, naturbelassenes Holz mit einer Restfeuchte unter 20 % verwenden. Kein lackiertes Holz, keine Pressspanplatten, kein Papiermüll.
- Das Feuer von oben anzünden und nicht zu viel Holz auf einmal auflegen.
- Den Ofen nicht dauerhaft gedrosselt betreiben. Ein Schwelfeuer erzeugt viel Rauch und Ablagerungen im Schornstein (siehe Versottung des Schornsteins).
- Für genügend Verbrennungsluft sorgen, in dichten Häusern über eine externe Verbrennungsluftzufuhr.
- Einen passenden Schornstein mit dem richtigen Querschnitt verwenden, damit der Ofen gleichmäßig zieht (siehe Schornstein für den Kaminofen planen).
Häufige Fragen zum Partikelabscheider
Ist ein Partikelabscheider dasselbe wie ein Feinstaubfilter?
Im Alltag werden beide Begriffe gleich verwendet. Genau genommen filtert ein elektrostatischer Partikelabscheider nicht, sondern lädt die Staubteilchen elektrisch auf und lagert sie an der Rohrwand ab. Ein Feinstaubfilter im engeren Sinn hält die Partikel mechanisch zurück.
Wie viel Feinstaub hält ein Partikelabscheider zurück?
Elektrostatische Abscheider wie der Airjekt 1 erreichen laut Hersteller einen Abscheidegrad von bis zu 90 %. Wie viel es im Einzelfall ist, hängt von Ofen, Brennstoff und Betriebsweise ab.
Darf ich meinen alten Kaminofen mit einem Partikelabscheider weiter betreiben?
Das ist möglich, wenn der Abscheider eine DIBt-Zulassung hat, für Ihren Ofen geeignet ist und der Bezirksschornsteinfeger die Nachrüstung als Nachweis anerkennt. Klären Sie das vor dem Kauf mit ihm ab.
Braucht ein neuer Kaminofen einen Partikelabscheider?
Nein. Neue Öfen müssen die strengeren Grenzwerte der Stufe 2 der 1. BImSchV bereits ab Werk einhalten. Ein Abscheider kann trotzdem sinnvoll sein, wenn Rauch die Nachbarn stört oder örtliche Vorgaben strenger sind.
Beeinträchtigt ein Partikelabscheider den Schornsteinzug?
Ein elektrostatischer Abscheider hat praktisch keinen Einfluss auf den Zug, weil der Rohrquerschnitt frei bleibt. Passive Filter erzeugen dagegen einen Widerstand, der bei der Planung berücksichtigt werden muss.
Wie viel Strom verbraucht ein elektrostatischer Partikelabscheider?
Der Airjekt 1 nimmt im Betrieb etwa 30 W und im Standby etwa 2 W auf. Bei 1.000 Heizstunden im Jahr sind das rund 30 kWh, also etwa 10 Euro Stromkosten.
Wer reinigt den Partikelabscheider?
Der abgeschiedene Staub wird bei der regulären Kehrung durch den Schornsteinfeger entfernt. Eine zusätzliche Reinigung durch Sie ist in der Regel nicht nötig.
Partikelabscheider bei Proschorn® kaufen
In unserer Kategorie Partikelabscheider finden Sie den Airjekt 1 für Ofenrohr, Hausschornstein und doppelwandigen Edelstahl-Außenschornstein. Sie sind unsicher, welche Variante zu Ihrer Anlage passt? Fragen Sie uns, unsere Experten beraten Sie gern. Weitere Themen rund um Planung, Montage und Vorschriften finden Sie in unserem Ratgeber.
Über uns: Die Ratgeber-Texte werden von der Proschorn®-Redaktion erstellt. Hinter Proschorn® stehen Experten mit über 20 Jahren Erfahrung in der Abgas- und Schornsteintechnik.
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